„Am Anfang waren wir die Spinner“

Die Seer feiern in diesem Jahr nicht nur 15-jähriges Bandjubiläum, sondern am 02.08 auch ihr großes Open Air am Grundlsee. Im Interview sprachen sie mit uns über 15 Jahre Bandgeschichte und wie alles begann.

Die Seer Interview
Die Seer brachten jede Menge gute Laune in die Redaktion von SchlagerPlanet.
©SchlagerPlanet/Gerda Naumann

Nach einem Geheimrezept für Erfolg haben wohl schon viele Künstler gesucht…und einige suchen wahrscheinlich noch immer. Die Seer haben dieses Geheimrezept gefunden. Mit sieben Nummer-eins-Alben in Österreich und das auch noch nach 15 Jahren Bandgeschichte gibt ihnen der Erfolg Recht. Doch teilen möchten sie ihr Geheimrezept für Erfolg natürlich nicht: „Es gibt ein Geheimrezept, das haben wir daheim in einer Schublade und das wird nicht veröffentlicht, weil dann gibt es 500 Gruppen, die dasselbe machen – das wollen wir nicht. Nein, es gibt natürlich kein Rezept, weil es sind acht Menschen, die das seit vielen Jahren mit Leidenschaft betreiben und wie so eine Art „Zirkusfamilie“ gemeinsam unterwegs sind und das ist das Rezept scherzt Bandleader Alfred ‚Fred‘ Jaklitsch. Doch, dass die Seer einmal diesen Erfolg haben würden, den sie heute haben, damit hätte vor 15 Jahren keiner der acht Bandmitglieder gerechnet: „Am Anfang waren wir die Spinner, wo viele gesagt haben, das wird doch nie was und wirklich nur der eiserne Wille und der Mut der Verzweiflung lässt dich über viele Jahre diese kargen Zeiten überleben. Irgendwann dann geht der Knopf auf – muss nicht, aber bei uns war es so.“

Vor 300 Menschen fing alles an…

Die Geschichte des Seer Open Airs ist lang, so lang wie die Geschichte der Band. Am Grundlsee fand es schon immer statt, nur die Anzahl der Gäste hat sich deutlich verändert. Fred erinnert sich noch genau an das erste Mal „Dahoam auf der Zloam“: „Das war damals auf dem Anhänger eines Traktors, da sind wir hinten rumgehüpft mit dem Mut der Verzweiflung. Da war ein Gabelstapler wo ich drauf rumgekrakselt bin, weil so eine richtige Bühnenshow mit Licht und so hatten wir nicht. Aber es war richtig nett: Die Verwandtschaft war da, einige waren da, die gesagt haben, das wird sowieso nichts und jedes Jahr war es ein bisschen mehr. Irgendwann ist die Verwandtschaft dann ausgegangen und dann waren wirkliche Fans da. Man staunt mittlerweile schon, weil die Leute wirklich von weit her kommen und das auch wirklich ein ganz spezieller Platz ist, wo die Musik entstanden ist und wo die musikalischen Ursprünge der Seer sind. Da ist man wirklich sehr dankbar, dass man das erleben darf.“

Mittlerweile ist der Traktor einer großen Bühne und die Verwandtschaft tausenden Seer-Fans gewichen. Auch in diesem Jahr ist das Unterhaltungsprogramm und das Staraufgebot beim Seer Open Air groß: „Als erstes Boney M., die Münchner Freiheit, dann die Seer und der eigentliche Star ist trotzdem das Publikum. Weil wenn in diese Naturarena 20.000 Menschen kommen und eine große Party feiern, dann ist das was ganz Besonderes – für uns auch. Es wird einige Überraschungen geben. Es geht los mit einer Lichter- und Bühnenshow der Seer. Wir kommen von der Bühne herunter geschwebt – hoffentlich geschwebt und nicht im freien Fall – das wäre dann noch eine zusätzliche Überraschung.“

Nervös sind die Seer trotzdem noch, egal ob nun vor 300 oder vor 20.000 Zuschauern – das gehört einfach dazu, wie Jürgen uns berichtet: „Die Auftritte sind immer geprägt von Nervenkitzel und Nervosität, das gehört dazu. Die letzten Minuten sind dafür da, dass man die Anspannung und die Konzentration sammelt und jeder hat da so sein Ritual.“ Und wie genau sieht dieses Ritual aus? *„Jeder hat so seine Ecke und verkriecht sich kurz und bevor wir loslegen gibt es einen kurzen Kampfschrei und dann geht’s auf die Bühne“, so Jürgen.

Die Seer – „echt Seerisch“!

Dass die Seer für ihre Heimat in Österreich und ihre Mundart-Musik brennen, das merkt man nicht zuletzt an ihrem aktuellen Albumtitel „Echt Seerisch“. Doch was genau hat es mit dem Titel auf sich? Hat die Band etwa erst jetzt so richtig musikalisch zu sich gefunden? Waren die Alben davor nicht „echt“? „Doch, aber jetzt ist ein Stempel darauf, ein Gütesiegel. Weil wir eine Musikrichtung machen, die sich nicht so leicht in eine Schublade drängen lässt, weder Schlager noch volkstümlich, im besten Fall eben echt ‚seerisch‘“, klärt Fred auf. Nicht nur die Liebe zur Musik ist echt bei den Seern, auch die Geschichten aus denen sie ihre Songs machen. „Teilweise sind unsere Songs biografisch, ja. Also ‚Heut heirat die Liebe meines Lebens‘ haben wir jetzt nicht erlebt, weil dann bräuchte man wohl drei Therapeuten, aber vieles haben wir gehört und einfach aufgegriffen. Das war uns wichtig, weil es aus dem Leben gegriffen ist.“ Verantwortlich für die Lieder der Seer ist Bandleader Fred, und da sei er auch ein „sturer Hund“ wie er selbst sagt.

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Ansonsten verläuft die Zusammenarbeit aber wenig stur bei den Seern und vielmehr sehr harmonisch, wie sie uns verraten. Trotz acht unterschiedlichen Charakteren, gibt es wenig Anlass zu Unstimmigkeiten: „Je mehr man natürlich Zeit miteinander verbringt, desto eher ist es mal, dass man ein Wort in den falschen Hals bekommt. Aber wir wohnen ja nicht alle Tür an Tür. Wir treffen uns bei den Konzerten zum Soundcheck und dann geht es eigentlich um das gemeinsame Ganze, um die Musik. Und da ziehen wir eigentlich seit Jahren immer am gleichen Strang. Die Zeit wo wir gemeinsam musizieren und auf der Bühne stehen, da geht es nur nach vorne und das mit Vollgas und viel Spaß und für Streitereien ist eigentlich weder Zeit noch Anlass. Klar gibt es mal ein klärendes Gespräch, aber das ist nicht der Rede wert“, so Jürgen. Auch privat verbringen die Seer gerne mal Zeit miteinander „Ich fahr schon mal mit den Seern auf Urlaub, mit der Sabine fahre ich seit Jahren, seit es die Seer gibt auf Urlaub…Betriebsausflüge und so. Also wir verstehen uns so gut auf und hinter der Bühne, dass man nicht die Flucht ergreift, wenn man privat ist“, erzählt uns Fred.

Bei all dem Erfolg – was kann da wohl noch kommen? „Planen kann man gar nichts, das achte Nummer-eins-Album wäre natürlich schön. Nein, wenn es eine Zeit lang so stabil geht, dann wünschen wir uns, dass unsere Fans uns treu bleiben, dass wir jeden Tag Musik machen können und wenn wir dann da draußen noch ein paar Anhänger mehr finden, dann geht unser Traum weiter in Erfüllung.

Die Seer SchlagerPlanet
Jürgen und Fred von den Seern mit Redakteurin Steffi.
©SchlagerPlanet/Gerda Naumann

Na dann, wünschen wir den Seern natürlich, dass alle ihre Träume in Erfüllung gehen und das Seer Open Air am 02.08. am Grundlsee ein großer Erfolg wird! SchlagerPlanet bedankt sich für das nette Interview mit Jürgen und Fred.

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Autor(in) SchlagerPlanet:



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