40 Jahre BAP in einem Konzert

Seit unfassbaren vier Jahrzehnten darf sich BAP-Sänger Wolfang Niedecken zu den gefragtesten Musikern in Deutschlands Musikszene zählen. Gestern, am 14. Juli gab BAP ein Konzert in der Berliner „Spandauer Zitadelle“.

Wolfgang Niedecken BAP Berlin
Wolfgang Niedecken ist dieses Jahr wieder mit BAP auf Tour.
©Jazz Archiv

Die Menschen türmten sich gestern Abend vor den Toren der „Spandauer Zitadelle“. Der Altersdurchschnitt lag ein bisschen über dem typischen Festivalgänger, schließlich gibt es BAP auch schon seit stattlichen 40 Jahren und wer weiß schon wie lange der ein oder andere Konzertgänger die Band mittlerweile als treuer Fan begleitet. Für so manchen dürfte BAP vielleicht sogar der Lieferant für den Soundtrack seines Lebens sein. Aufgrund des verzögerten Einlasses tritt Wolfgang Niedecken ein wenig später auf die Bühne als zur eigentlichen Startzeit des Konzertes um 18:30 Uhr. Doch das stört die Fans nicht im Geringsten! Sie jubeln lauthals, klatschen und heißen ihren Kölner Rockstar von ganzem Herzen willkommen.

Ein Mann mit Stil

Wolfgang Niedecken betritt locker und lässig mit seiner Band die Bühne. Sein Outfit ist leger: T-Shirt, Jeans, Jeans Shirt und die einzigartige Lockenpracht. Der Frontmann von BAP ist ein zutiefst sympathischer, authentischer Mann, der mit seinen 65 Jahren noch eine beeindruckende Punktezahl auf der Attraktivitäts-Skala geltend machen kann. Aber Niedecken ist nicht nur deswegen so sympatisch, er ist sich auch immer selbst treu geblieben. Sowohl privat als auch musikalisch folgt er seinen eigenen Regeln.

BAP-Mix aus vier Jahrzehnten

Kurz: Ein BAP-Konzert ist ein BAP-Konzert ist ein BAP-Konzert. Lang: Ein BAP-Konzert ist inhaltlich absolut befriedigend und mitreißend. Die Fans in der „Zitadelle“ durften einen gelungenen Querschnitt durch die BAP-Dekaden erleben. Die Band hatte sich verschiedener Mittel bedient, um den perfekten Mix für ihr Konzert zusammenzustellen. So gab es im Vorfeld eine Internetumfrage, bei der die Fans über Konzerttitel abstimmen konnten. Vom passend betitelten aktuellen Album "Lebenslänglich" schafften es fünf Stücke unter die insgesamt 29 Nummern der Setlist. Wolfgang Niedecken gelang es, mit seiner lockeren rheinländischen Natur die Songs mit Anekdoten zu verbinden, die das Publikum zum Lachen brachten.

BAP beeindruckte mit einer exquisiten sechsköpfigen Band, die mal stehend mal sitzend ihre Fähigkeiten zum Besten gab. Mit den Worten „Nach 34 Jahren leider immer noch brandaktuell“, leitete Niedecken den Song „Kristallnaach“ ein. Textsicher und stehend ging es folgerichtig mit „Arsch huh“ weiter. Und dann kam er endlich, sein Hit „Verdamp lang her“, der Gassenhauer von 1982. Da wundert es nicht, dass die BAP-Fans natürlich alle Texte mitsingen konnten.

Kölscher Bob Dylan in Berlin

Die Berliner erlebten einen dankbaren, gut gelaunten „kölschen Bob Dylan“. Diese Stimmung brachte Niedecken mit „Dä Herrjott meint et joot met mir“ zum Ausdruck. Zum Ende des Konzertes griff BAP nochmal ganz tief in die Schatzkiste der Vergangenheit und holte eine Rarität aus dem Jahre 1977 hervor. „Et letzte Leed“ ist ein Song, der an eine Zeit erinnert, in der sich die Band noch nicht aus der Kölner Südstadt herausbewegte und von Rock’n’Roll Touren träumte. Et letzte? Nein, Fortsetzung folgt sicher. Es gibt noch weitere Termine auf der großen Deutschlandtour und ein Besuch lohnt sich.


Autor(in) SchlagerPlanet:



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