Max Raabe in Hamburg: Ein Gentleman des Humors

Auch in Hamburg präsentierten Max Raabe & sein Palast Orchester gestern Abend „Eine Nacht in Berlin“. Im CCH 1 hörten die Zuschauer Lieder der 1920er- und 30er-Jahre sowie aktuelle Raabe-Hits – garniert mit dem lakonischen Humor des Frontmanns.

Max Raabe live Hamburg 2016
Max Raabe mischt auf Tour Lieder der 1920er und 30er-Jahre mit den Hits seiner letzten Alben.
©Universal Music/Marcus Höhn

„Von uns hören Sie heute nur Wahrheiten – zumindest im Kern“ erklärt Max Raabe seinem Publikum, nachdem er das Programm mit dem Stück „Kleine Lügen“ begonnen hat. In seinem Programm gehe es „um zwischenmenschliche Beziehungen und Topfpflanzen“. Die ersten fünf Minuten sind die passende Ouvertüre für die folgenden knapp zweieinhalb Stunden. Max Raabe und sein Palast Orchester präsentieren wie gewohnt mal mehr, mal weniger amüsante und reimverliebte Lieder über das Küssen, die Liebe und weitere zwischenmenschliche Begebenheiten, wie den zum Kult gewordenen kleinen, grünen Kaktus – immer wieder mit Platz für den ein oder anderen trockenen Spruch zwischendurch.

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Max Raabe & Palast Orchester in Hamburg: Unaufdringliche Show mit musikalischen Überraschungen

Ganz unaufdringlich und aufs Wesentliche reduziert spielen der Frontmann und sein zwölfköpfiges Orchester ihr aktuelles Programm. Statt der großen Show setzt das Programm bei Licht und Projektionen eher auf bewusste Akzente. Max Raabe drängt sich nie in den Vordergrund, sondern überlässt seinen Musikern bei ihren Soli immer wieder den Glanz des Scheinwerferlichts. Die Multiinstrumentalisten danken es ihm und sorgen mit ihrem Spiel für die kleinen Abwechslungen im Programm. „Wir sind von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ präsentiert das Ensemble als Gesansquintett am Flügel – wie auf dem aktuellen Album „Eine Nacht in Berlin“. An anderen Stellen überraschen die Musiker mit einer Glockenchoreographie oder Instrumenten wie einem Akkordeon oder einem Basssaxofon. Lieder wie „Du passt auf mich auf“, „Marie, Marie“ oder „Für Frauen ist das kein Problem“ sorgen für beschwingte Stimmung.

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Max Raabe live: Die Ansagen gehören zu den Highlights

Die wahren Höhepunkte des Programms sind jedoch jene Momente, in denen Max Raabe mehr als nur Titel, Komponist und Texter des nächsten Stückes verrät. In seinen Ansagen zeigt er, dass er nicht nur seine musikalischen Mitstreiter und sein Publikum schätzt, sondern auch jeden seiner Sätze, die er spricht. Alle Sätze sind wohl durchdacht, den Worten gibt er Zeit und seinen Witzen damit den benötigten Raum. Der Bariton haut die Späße nicht einfach raus und verzögert Pointen bewusst, wodurch er ihnen noch mehr Nachdruck verleiht. Geht was schief, kommentiert er dies trocken und lakonisch. Mit seinem eigenen Humor geht er um wie ein echter Gentleman: Er genießt ihn und schweigt danach erstmal.

Die Hits kommen zum Schluss

So ist zwar nur in wenigen Momenten während des Konzertes die große Ekstase im Saal 1 des Hamburger CCH zu spüren, diese entlädt sich jedoch während der Zugaben und mündet teilweise sogar in stehenden Ovationen. Kein Wunder – immerhin haben sich Max Raabe & das Palast Orchester auch Hits wie „Küssen kann man nicht alleine“ und „Mein kleiner grüner Kaktus“ bis ganz zum Schluss aufgespart.


Autor(in) SchlagerPlanet:



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