„Non Stop Music“ mit James Last in Hamburg

23 Städte in ganz Europa umfasst die angeblich letzte Tour von James Last & his Orchestra. Gestern Abend machten die Musiker und ihr Dirigent in Hamburg halt. Im Happysound gab es die größten Hits aus beinahe allen Dekaden und musikalischen Genres.

James Last Konzert Hamburg
James Last liebt die Bühne noch immer.
©Schneider-Press/Raphael Stötzel

Stolze 86 Jahre alt wird James Last bei seinem Konzert am 17. April in Leipzig. Als große Abschiedstournee sind seine 23 Shows bis Ende April angekündigt. Nur einmal noch durch ganz Europa – für eingefleischte „Hansi“-Fans ist das kaum zu glauben. Aber Abschiede im Musikbusiness sind nicht immer für ewig. Und so klingen auch James Lasts Worte in Hamburg nicht nach einem endgültigen Ende: „Heute soll hier eigentlich unser letztes Konzert sein. Aber ich bin mir nicht ganz sicher. Ich hab letztes Jahr eine Warnung bekommen, aber es funktioniert wieder.“

„Die Musikwelt ist groß“

Ganz fit wirkt der Meister des „Happysounds“ nach schwerer Krankheit im letzten Jahr immer noch nicht. Aber die Lust auf die Bühne ist auf jeden Fall da.„Die Musikwelt ist groß und wir versuchen, von allem etwas zu machen“, erklärt James Last nach ein paar Liedern den Abend. Musikalisch ist tatsächlich alles bei ihm möglich: Fettes Brot als Auftrittshymne, Rock, Pop, Klassik, Jazz, Schlager und Volkstümliches. Sogar innerhalb der einzelnen Lieder sind harte Brüche möglich: Wilde Mash-Ups, beispielsweise aus dem Klassiker „Adelheid“ und Aviciis Dance-Hymne „Wake Me Up“, gehören auch zum Repertoire. Die meiste Zeit führt „Hansi“, wie seine Fans ihn nennen, aber ganz entspannt durch die einzelnen Genres. In kleinen Blöcken präsentiert er erst große Filmhymnen wie das „Rocky Theme“, „We Are Free Now“ aus „Gladiator“ und das beliebte „The Black Pearl“ aus „Fluch der Karibik“. Um danach aktuelle Hits wie Katy Perrys „Roar“ oder „The Story of My Life“ von One Direction zu präsentieren. Leider ist der Sänger bei der Nummer im wahrsten Sinne des Wortes nicht immer auf der Höhe des Geschehens.

Viel Musik, wenig Show

Der Tourname „Non Stop Music“ deutet es schon an: James Last setzt auf ganz viel Musik und wenig Show. Das passt zur Musik und wirkt in der halbierten und bestuhlten O2 World auch angemessen. Die Sänger in der ersten Reihe hätten aber ruhig einen Scheinwerfer mehr abbekommen können. Für ausgelassene Stimmung sorgen im Orchester vor allem die Streicher mit kleinen Choreographien und Freestyle-Tanzeinlagen. James Last selbst weiß auch ohne grelle Lasershow und viel Action, wie er sein Publikum von den Sitzen lockt. „Darf ich bitten“ raunt er seinen Fans vor einem Walzer zu und der Innenraum verwandelt sich vor der Bühne in ein Tanzparkett.

Die großen Hits kommen nach der Pause

Seine größten Hits spart sich James Last für die zweite Hälfte auf. „Na, welcher fehlt noch?“ Nach einem kurzem Moment der Stille brüllt ein Fan aus der letzte Reihe lautstark: La Paloma. Hansi. Ja! La Paloma! La Paloma! Hansi!“ Und „Hansi“ gehorcht. Als nach zweieinhalb Stunden das ruhige „Guten Abend, gute Nacht“ erklingt, scheint das Ende gekommen. Aber so ruhig lässt James Last sein Publikum nicht nach Hause. Beim „Party Rock Anthem“ tanzen die Sänger wild über die Bühne, während der Altmeister weiterhin seinen Arm lässig im Takt schwingt.


Autor(in) SchlagerPlanet:



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