Gregor Meyle in München: Keiner ist wie er

Gestern Abend trat Gregor Meyle im Rahmen seiner Tour im „Schloss“ in München auf. Der Sänger und Songwriter schaffte den perfekten Spagat zwischen Gänsehautmomenten und Unterhaltung.

Gregor Meyle Konzert München
Gregor Meyle bescherte seinem Publikum gestern einen unvergesslichen Konzert-Abend.
©SchlagerPlanet/Gerda Naumann

Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle gestern Abend in München im „Schloss“ auf die Sänger und Songwriter Gregor Meyle sein Publikum mitnahm. Und es gelang ihm ganz spielerisch und ohne viel Schnick-Schnack zahlreiche Höhepunkte zu schaffen. Aus dem ganzen Süden Deutschlands waren seine Fans für ihn gestern angereist und feierten mit ihrem Vollblutmusiker einen Abend, der weit über „New York-Stintino“ hinausging.

Gleich zu Beginn überrascht er mit einer Unplugged-Performance inmitten der Zuschauer und schafft es dadurch, von Anfang an einen ganz persönlichen und intimen Draht zu seinen Fans aufzubauen. Und auch das Bühnenbild spiegelt wieder, wo die Reise an diesem Abend hingehen sollte: Ein paar alte Standlampen aus Omas Wohnzimmer erinnern eher an eine ganz spontane Jamsession, als an den Auftritt eines berühmten Stars. Doch genau das ist Gregor Meyle seit vergangenem Jahr, seit er von Soul-Wunder Xavier Naidoo zu „Sing meinen Song - Das Tauschkonzert“ eingeladen wurde.

Gregor Meyle: Popstar ohne Starallüren

Viele Jahre steht der Vollblutmusiker schon auf der Bühne, doch die gebührende Aufmerksamkeit bekommt er erst seit seiner Teilnahme bei dem VOX-Format. Sein aktuelles Album „New York-Stintino“ schaffte es auf Anhieb in die deutschen Charts und mit diesem neu gewonnen Ruhm kokettiert Gregor Meyle gerne gestern Abend. „Ich bin ja jetzt seit letzten Jahr Popstar“, witzelt er gleich zu Beginn: „Das hat so seine Vor- und Nachteile. Erst letztens wurde ich im Supermarkt darauf angesprochen, ob ich zugenommen hätte.“

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Doch tatsächlich hat Meyle keineswegs die Attitüde eines Popstars angenommen - im Gegenteil. Er zeigt sich unglaublich bodenständig und vor allem dankbar. Immer wieder erwähnt er Xavier Naidoo, der von Anfang an an das Talent des 36-Jährigen geglaubt hat und ihm durch seine Einladung eine Plattform geboten hat, dieses auch unter Beweis zu stellen. „Vor drei Jahren war ich kurz davor, mit der Musik aufzuhören, weil niemand zu meinen Konzerten gekommen ist. Jetzt habe ich eine eigene TV-Sendung - danke Xavier Naidoo!“ Denn ab Mai wird der Sänger auf VOX seine erste eigene Show „Meylensteine“ präsentieren. Eine Sendung, in der er sich mit der Musikgeschichte befassen wird. „Sasha hat mich gefragt, ob ich seine neue Platte bei mir auf Facebook präsentieren kann, weil ich mehr Facebook-Fans habe.“

Gregor Meyle Konzert München
Gregor Meyle hatte sichtlich Spaß auf der Bühne.
©SchlagerPlanet/Gerda Naumann

Überhaupt sind es genau diese Sprüche, die Gregor Meyle das ganze Konzert über immer wieder auf Lager hat, die den Abend erst abrunden. Denn seine beiden Alben „Meile für Meyle“ und „New York-Stintino“ aus denen er an diesem Abend die Songs ausgewählt hat, sind eben doch eher Platten fürs Herz, die mit vielen Balladen aufwarten und weniger für Party-Stimmung sorgen. So singt er gleich zu Beginn „Ich glaub an Dich“ und schafft somit den ersten Gänsehautmoment, gefolgt von Nummern wie „Hier spricht dein Herz“, „Wunder“, oder „Heute Nacht“.

Die Zuschauer im Blick

Dennoch gibt es in den knapp drei Stunden in denen Gregor Meyle ohne Pause singt keinen Moment, in dem die Stimmung nachlässt. Gregor Meyle hat sein Publikum im Griff, spricht gezielt einzelne Fans aus der Menge an und schafft es durch ganz viel Witz und Schlagfertigkeit selbst in den Momenten, in denen er die Gitarre stimmt, die Spannung aufrecht zu erhalten.

Er genießt die Balladen, die rockigen und poppigen Nummern in vollen Zügen und lässt sie auch sein Publikum vollends auskosten und haut dann aber genau im richtigen Moment Sprüche raus wie: „Stellt Euch vor, beim Tauschkonzert wären Andrea Berg und Udo Lindenberg dabei gewesen, dann hätte ‚Du hast mich 1000 Mal belogen‘ ungefähr so geklungen…“ und dann performt er Andrea Bergs Tophit so stilecht als Udo Lindenberg, dass man sich wünscht, dieses Tauschkonzert hätte es tatsächlich so gegeben. Und die Sprüche wirken echt, nicht einstudiert. Der Sänger und seine sechsköpfige Band genießen das Konzert in vollen Zügen, der Spaß ist ihnen sichtlich anzumerken. Massimo, Dominik, Christian, Markus, Laura und Andy heißen die Mitglieder der Band um Meyle, von denen Teile ihn auch schon bei „Sing meinen Song“ begleitet haben.

Gregor Meyle Konzert München
Gregor Meyle und seine Band zeigten sich als eingespieltes Team.
©SchlagerPlanet/Gerda Naumann

Und alle jene aufregenden Achterbahn Aufs und Abs, die er mit seinen eigenen Nummern nicht ausfüllen kann, krönt Gregor Meyle mit Evergreens. Nummern wie „Don’t worry, be happy“ oder „Life is life“ gibt er mit so viel Charme, Witz und Authentizität zum Besten, dass am Ende des Abends nicht nur die Beine vom Mitwippen schmerzen, sondern auch der Bauch vom Lachen.

Perfekte Harmonie

Gespickt mit einer gehörigen Portion komödiantischer Auflockerer, erinnert der Rest seines Konzert aber kein Stück an einen Witz. Gregor Meyle weiß es, laute und leise Momente in seiner Musik perfekt umzusetzen. Seine Stimme passt sich optimal den Klängen der Gitarre an, selbst die E-Gitarre ist so eingestellt, dass sie seine Stimme nicht übertönt, sondern sie harmonisch untermalt. Viele seiner Nummern bringt er ganz klassisch auf die Bühne, einigen hat er nochmal eine gehörige Portion Jazz-Sound und Rock verpasst.

Das Highlight des Abends bildet aber eine Ballade, eine Ballade, die lautstark vom Publikum eingefordert wird und schließlich als Zugabe auch ganz am Ende des Konzertes ihren Weg auf die Bühne findet. „Kennt Ihr den Song von Sarah Connor?“ sagt Meyle leise ins Mikrofon und es ist klar: Es folgt „Keine ist wie Du“, die Nummer die Sarah Connor bei „Sing meinen Song“ performte und die nicht nur dem Publikum am heutigen Abend in München in Erinnerung blieb.


Autor(in) SchlagerPlanet:



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