Großstadt-Märchen mit Alexa Feser im Ampere München

Moderne Märchen: Alexa Feser erzählte und sang auf ihrem Konzert in München von den Tücken des Lebens und der Liebe. Was zuerst etwas aufgesetzt wirkte, entwickelte sich zu einem runden filmischen Ganzen.

Alexa Feser München
Alexa Feser inszenierte sich gestern in München.
©SchlagerPlanet/Melanie Gladbach

Am 12. Februar lud Newcomerin Alexa Feser im Münchener Ampere zur Märchenstunde. In intimer Atmosphäre gab sie mehr als ihre Musik von sich Preis. Als Erzählerin tauchte sie in die Abgründe ihrer Geschichte und der Geschichten anderer ein. Ihre Lieder verband sie zu einem runden Ganzen, bestehend aus der Liebe, der Großstadt und einer gehörigen Portion Idealismus.

Zwischen Märchen und shabby chic

Bereits die Aufmachung des kleinen Clubs mutet einer modernen Erzählstunde an. Eine Vintage-Leselampe schmückt das Klavier, auf welchem Alexa Feser später ihren eigenen Gesang begleiten wird. Vielerlei Postkarten zieren die Außenseite des Keyboards. Das Instrument selbst hat seine Geschichte, sammelt Erinnerungen und findet in dem heutigen Abend eine weitere. Glimmende, weiße Kerzen sind über die ganze Bühne verteilt – wie damals als die Liebsten einem des Nachts noch Märchen vorlasen. Doch heute sollte es eine Neuauflage sein – das Großstadt-Märchen im Kerzenschein.

Alexa Feser München
Alexa Feser erhebt sich oftmals auch von ihrem Klavierhocker.
©SchlagerPlanet/Melanie Gladbach

Die Gestalt der Erzählerin

Schon bald betritt die die heutige Erzählerin die Bühne. Mit dem Lachen einer frechen Elfe, der Aura einer mysteriösen Königin und den Haaren eines Engels erobert sie das Publikum im Sturm. Doch ihr Look, ist der der Großstadt. Ein lässiger Look: Eine Jeans im Used Look hängt von ihrer Hüfte herab und ein Jackett im Oversize-Format von ihrer Schulter. Genauso hat sie den Swag eines Gangsters, jedoch die Stimmfarbe eines Herbert Grönemeyers. Ich bin ein Fan des Romantischen, des Unerreichbaren!“, erzählt sie im Laufe des Abends. Dies spiegelte sich in ihren Liedern und ihren Anekdoten deutlich wider.

Musik zwischen Märchen und Melancholie

Ihr Set beginnt mit einem cineastischen Spektakel, das obgleich es einfach ist, so eine große Wirkung erzielt: schwere Streicher, die die Zuschauer in ein warmes Gewand fühlen. Alexa Feser stimmt zu einem Querschnitt aus ihren Liedern an. Sie startet mit der Großstadt-Hymne „Stadt ohne Skyline“, die ersten Jubel einfängt. „Dezemberkind“ eines ihrer Highlights auf ihrem Album „Gold von morgen“ sorgt für schiere Gänsehautmomente – und das schon beim zweiten Stück. Jedes „ohhh-oh-oh“ kündigt ein neues Kapitel ihres Märchenbuchs an. Auch einer der potentiellen diesjährigen Songs für den „Eurovision Song Contest“, „Glück“ kann viel Applaus einfangen. Jedoch sind auch in diesem Fall ihre bekanntesten Lieder „Wir sind hier“ und „Gold von morgen“ die Songs, die das Publikum zum Mitsingen animieren und das Ampere in einen Chor verwandeln.

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Geschichten aus dem Märchenwald

Doch was die Lieder von Alexa Feser so wirkungsvoll erscheinen lässt und was das Publikum zu einer Einheit verbindet, sind die Geschichten der Sängerin. Zwischen fast jedem Lied erlaubt die gebürtige Wiesbadenerin einen Blick in ihre Seele. Ihr Ziel? Eine filmische Atmosphäre kreieren. Wie eine Fee setzt sie sich teilweise ins Publikum und berichtet von den Tücken des Lebens und der Liebe. Als sie bald darauf durch das Publikum läuft, blicken die Menschen zu ihr herauf, wie zu einem Boten, der wichtige Kunde bringt. „Jetzt kommt wieder etwas mehr Hollywood!“: Für ihr Lied „Peter Pan“ setzt sich die Musikerin eine Augenklappe auf. „Ich bin heute mal nicht Peter Pan, sondern Captain Hook!“

Alexa Feser München
Alexa Feser trifft auf ein begeistertes Publikum.
©SchlagerPlanet/Melanie Gladbach

Die anderen ihrer Überleitungen zeigen sich ernster, reifer und auch etwas nachdenklicher „Manchmal habe ich das Gefühl, man mag das Suchen mehr als das Finden.“, meint sie in Anlehnung an ihr Lied „Vom Suchen und Finden“. Wie eine weise Großmutter, die ihren Enkeln von den Tücken des Lebens berichtet. Glück ist nicht ein Ort, der irgendwo draußen zu finden ist. Glück ist nur in einem selbst zu finden., hat sie für sich selbst festgestellt.

Alexa Feser gelang es eine filmisch anmutende Atmosphäre zu kreieren – mit den einfachsten Mitteln. Zu Anfang war so mancher vielleicht in Verwunderung ob der ausführlichen Erzählungen der 35-Jährigen. Doch schon bald wurde klar: Dieser Abend wollte diese Inszenierung und wollte mehr weitergeben als die Musik an sich.

Alexa Feser erlebt mit ihrer eigenen Tour einen großen Traum. Vielleicht wird sich im am 5. März der nächste ihrer Wunschvorstellungen bewahrheiten. Mit „Gold von morgen“ oder „Glück“ möchte die Sängerin nämlich Deutschland beim „ESC“ vertreten.


Autor(in) SchlagerPlanet:



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