Mary Roos' Liedtexte sind Lebenshymnen

Persönlich, privat, einfühlsam: Die Mary Roos Songtexte scheinen immer ihre innerste Gefühlswelt darzulegen. Und sicher sind die Lyrics einer der Gründe für ihren Jahrzehnte übergreifenden Erfolg, der bis heute anhält.

Mary Roos Songtexte
Mary Roos postet regelmäßig Fan-Grüße auf ihrer Facebook-Seite.
©Facebook/Mary Roos

Zu jeder Zeit hatte Mary Roos ihre Hits und Fans: von den frühen 70ern bis weit in die 80er-Jahre. Und kaum, dass es im folgenden Jahrzehnt ruhiger um sie zu werden schien, gehörten Mary Roos' Songs schon wieder zu den Rennern auf den Schlagerpartys, die um das Jahr 2000 immer mehr in Mode kamen. Dabei hatte die 1949 Geborene schon als Kind ihre erste Single aufgenommen. Und als Stars wie Peter Alexander, Rex Gildo oder die junge Gitte die Schlagerszene beherrschten, kämpfte sie hart um Erfolg und Anerkennung.

Songtexte von Mary Roos klingen wie wahre Erlebnisse

1970 endlich der Durchbruch: „Arizona Man“. Mary Roos' erster Top-Ten-Hit – und der erste deutsche Schlager mit Synthesizer-Einsatz! Doch so außergewöhnlich diese Klänge damals waren: Das Lied ist typisch für Mary Roos Lyrics, die sich fast immer wie Zwiegespräche mit einem geliebten oder begehrten Menschen anhören: „Arizona Man, Arizona Man, ich darf dich nicht seh'n, darf nicht mit dir geh'n ...“ Es erscheint wie eine kleine private Tragödie in rhythmischen Klängen.

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Als feste Größe im Schlagergeschäft trat Mary Roos 1972 beim Grand Prix Eurovision in Edinburgh an. Mit „Nur die liebe lässt uns leben“ erreichte sie Platz drei und verbuchte damit einen der bis dato größten Erfolge für deutsche Interpreten. Wer ein bisschen weiter als in Strophe eins und den Refrain hineinhört, stellt fest, dass auch dieser Song ganz persönlich klingende Mary Roos Lyrics enthält:

„Ich wusste, dass die Wege, die wir gehen, verworren sind, und dass es Tränen gibt. Das zählt nicht mehr, hast du das nicht gesehen, du wirst die Straße deiner Sehnsucht gehen.

„Madame Grand Prix“: Zweimal sang Mary Roos für Deutschland

Bis zu ihrem zweiten und letzten Grand-Prix-Auftritt vergingen zwölf Jahre: In Luxemburg vertrat sie Deutschland 1984 mit „Aufrecht geh'n“. Obwohl der 13. Rang, den sie damit verbuchte, eine Enttäuschung gegenüber den Treppchen-Plätzen der Vorjahre von Nicole, Lena Valaitis oder Katja Ebstein bedeutete, gehört der Song bis heute zu ihren bekanntesten Nummern. Und der Text ist geradezu exemplarisch für Mary Roos, die singt, wie sie aus Rückschlägen gestärkt hervorgeht:

Also dann adieu, ich mach' dir keine Szene. Dreh' dich um und geh' dein Mitleid brauch' ich nicht. Vielleicht bin ich verzweifelt vielleicht geht es mir schlecht. Doch du wirst sehn jetzt werde ich erst recht – Aufrecht geh'n aufrecht geh'n ich habe endlich gelernt wenn ich fall aufzusteh'n. Mit Stolz in meinen Augen und trotz Tränen im Gesicht – aufrecht geh'n durch die Nacht ins Licht.

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Vieles stand Mary Roos damals noch bevor: Schöne Erlebnisse wie die Geburt ihres Sohnes Julian 1986, dann die schmerzliche Trennung von Gottlieb Wendehals und ein Rosenkrieg, der bis heute nachwirkt. „Aufrecht geh'n“ erscheint daher wie die Hymne einer Frau, die sich nie unterkriegen ließ. Oder welcher Mary Roos Songtext passt Eurer Meinung nach am besten zu der Sängerin und ihrem Leben? Schreibt es uns!


Autor(in) SchlagerPlanet:



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